Kreative Erfahrungen in der Gestaltung von bildnerischen Prozessen und Produkten sind ein wichtiger Aspekt der gesunden Entwicklung im Kindes- und Jugendalter. Für kranke, behinderte und beeinträchtigte Kinder haben sie darüber hinaus auch einen hohen diagnostischen und therapeutischen Wert. Sie vermitteln oft leichter als Worte Zugang zu den Schwierigkeiten und Problemen der Betroffenen und verweisen in besonderer Weise auf ihre Potentiale und Fähigkeiten, das Leben zu gestalten. Besonders wenn durch Gewalterfahrungen, durch Vernachlässigung oder psychische Isolation sich Heranwachsende nicht ausreichend entwickeln können, leistet die Kunsttherapie wertvolle Beiträge zur inneren Entlastung und kreativen Förderung von Kindern und Jugendlichen in Krisen und schwierigen Lebenssituationen.
Die Tagung widmet sich in ihren Vorträgen und Diskussionen der aktuellen Situation der Kunsttherapie bei Kindern und Jugendlichen. Neben drei Grundsatzreferaten, die sich mit den Möglichkeiten der Kunsttherapie aus medizinischer, psychotherapeutischer Sicht und dem in der bildnerischen Kunsttherapie eingesetzten Medium aus ästhetischer und therapeutischer Sicht befassen, werden spezifische Forschungsfragestellungen und Ergebnisse für dieses Arbeitsfeld thematisiert sowie kunsttherapeutische Methoden, Interventionsstrategien und Arbeitsfelder vorgestellt.
Informationen zu aktuellen Ausstellungen und Begleitveranstaltungen finden Sie im Blog der Kunsttherapie unter www.alanus.edu und hier im Blog.
Tagungsprogramm 01.10.2010
Kunsttherapie mit Kindern und Jugendlichen – Aktuelle Bezüge aus klinischen und sozialen Anwendungsfeldern
9.00 Uhr – Eröffnung: Rektorat / Prof. Dr. H. Gruber
10.05 – 10.50 Uhr – Bildnerische Prozesse und Ergebnisse als Ausdrucks- und Kommunikationsmedium in der Kunsttherapie, Prof. Dr. B. Wichelhaus
10.50 – 11.10 Uhr – Kaffeepause
11.10 – 11.55 Uhr – Wenn das Kunstpädagogische zum Kunsttherapeutischen wird – Pädagogische Kunsttherapie in der Kinder- und Jugendhilfe, Prof. Dr. W. Domma
12.00 – 13.00 Uhr – Mittagspause
13.00 – 13.30 Uhr – Kunsttherapeutische Forschung im Spannungsfeld von klinischer Evidenz und wissenschaftlicher Anforderung, Prof. Dr. H. Gruber
13.35 – 14.10 Uhr – Kunsttherapie mit Kindern in einer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, B. Hackenberg
14.10 – 14.45 Uhr – Klinische Kunsttherapie mit essgestörten Jugendlichen, A. de Thier
14.45 – 15.10 Uhr – Kaffeepause
15.15 – 15.40 Uhr – Kunsttherapeutische Forschung in Diagnostik und Therapie mit AD(H)S Kindern, D. Wohler
15.45 – 16.20 Uhr – „Familienansichten“ – Kunsttherapie mit Kindern und Jugendlichen und deren Familien, Prof. Dr. C. Schulze
16.30 – 17.15 Uhr – Podiumsgespräch
17.15 Uhr Vernissage der Ausstellung: „Was Kinder nicht sagen können“ – Bilder aus besonderen Lebenssituationen
(Konzeption: R. Kortum / A. de Thier)
Es spricht: B. Wichelhaus