Thementag zur Kunsttherapie bei dementiell erkrankten Menschen

Dimensionen des Vergessens und Erinnerns

von Eberhard WarnsVier bis acht Prozent der über 65 Jährigen leiden an einer Form von Demenz, über die Hälfte der Betroffenen an der senilen Demenz vom Alzheimer Typ. Diese stellt für Betroffene und ihre Angehörigen ein erhebliches psychosoziales Problem dar. Neben den medikamentösen Therapien die auf die Verbesserung der so genannten „Alltagsfunktionen“ wie z.B. „die Fähigkeit zu trinken, zu essen, sich anzuziehen zu laufen“ abzielen und leider nur begrenzte Wirkungen zeigen, werden heute verschiedene psycho- und soziotherapeutische Maßnahmen angewendet, um die psychischen  Bewältigungsmöglichkeiten der erkrankten Menschen zu fördern und die Betreuenden zu unterstützen.
Die Künstlerischen Therapien mit ihren primär nonverbalen Ausdrucks- und Gestaltungsmedien nehmen dabei eine besondere Stellung ein, denn sie eröffnen andere kommunikative Zugangswege und Erlebensmöglichkeiten mit den erheblich in ihrer Kommunikation eingeschränkten Menschen.
Der Thementag zur Kunsttherapie bei dementiell erkrankten Menschen im Fachbereich der Künstlerischen Therapien an der Alanus Hochschule eröffnet mit dieser Auftaktveranstaltung ein „Forum – Kunsttherapie“ in der Region Köln/Bonn. Mit diesem Thementag wird für Interessierte aus den Bereichen der Medizin, der Pflege, der Angehörigen und für (Kunst-) Therapeuten ein Einblick gegeben, welche besonderen Herausforderungen der Umgang mit dementiell erkrankten Menschen fordert und welche spezifischen Möglichkeiten die Kunsttherapie dabei anbieten kann. Über die Alltagsproblematiken hinaus sollen Fragen bewegt werden, welche Erkenntnisse der bisherigen Demenzforschung in Bezug auf Prävention und Behandlung für die Kunsttherapien relevant sind.
Die zentrale Frage des Thementages wird sein, inwieweit die Künstlerischen Therapien, wie auch die Kunst (Künste) für diese Menschen heilsam sein können, um ein erfüllteres Leben mit der Erkrankung zu ermöglichen.

Der Thementag findet am 2.10.2009 auf dem Campus 2 der Alanus Hochschule statt. Die Teilnahme ist kostenfrei, um vorherige Anmeldung bei Ulrike Stüttgen bis zum 15.9.2009 wird gebeten:
Per Email über ulrike.stuettgen[at]alanus.edu, telefonisch unter 02222 9321-1800 oder per Fax an 02222 9321-1860.

Das Programm des Thementages:

10.15 – 10.30
Künstlerischer Beitrag
10.30 – 10.40
Begrüßung, Prof. Dr. M. da Veiga / Rektor
10.40 – 10.50
Einführung, Prof. Dr. H. Gruber, Alfter
10.50 – 11.20
Medizinisch – physiologische Aspekte der Demenz, Prof. Dr. A. Warning, Alfter
11.25 – 11.55
Abschied vom Gestern - psychologische Aspekte der Demenz, Prof. S. Völker, Alfter
12.00 – 12.30
„Kunst gedeiht im Schatten genauso wie im Licht“ (Dubuffet) – Demenz im Spiegel kunsttherapeutischer und künstlerischer Prozesse, Prof. Dr. B. Wichelhaus, Köln / Alfter

12.30 – 13.30
Mittagsimbiss

13.30 – 14.00
Kunsttherapeutische Projekte im Altenheimen mit Demenzkranken Menschen, Fr. C. Büeler, Düsseldorf
14.10 – 14.40
“Kunsttherapeutische Aspekte“ der dementiellen Erkrankung”, Fr. D. Wohler, Alfter
14.50 – 15.20
Schöpferisch Pflegen bei Demenzkranken – wenn die Kunst ins Spiel kommt, Fr. van der Star, Frankfurt

15.20 – 15.45
Pause

15.45 – 16.15
Kunststücke - Künstlerisches Gestalten für Menschen mit Demenz im Landkreis Ahrweiler, K. Steinich
16.20 – 17.10
„lässt sich das alles noch bezahlen…“ Abrechung besonderer Therapieverfahren im Gesundheitswesen, Prof. Dr. H. Gruber
17.15 – 18.00
Podiumsdiskussion
18.00 – 18.30
Der künstlerisches Lebensweg meines Mannes mit Demenz, Else Natalie Warns, Berlin
18.45
“Ich will Freiheit beim Malen”, Eberhard Warns
Vernissage in der Studiengalerie / Imbiss

Verantwortlich:
Prof. Dr. Harald Gruber, Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft
Veranstaltungsort:
Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft
Campus 2 Villestrasse 7
53347 Alfter / Bonn

Bild: Eberhard Warns

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