Essstörungen sind seelische Erkrankungen, die mit einer körperlichen, potenziell lebensbedrohlichen Symptomatik einhergehen. Im klinischen Kontext begegnen uns immer jüngere Patienten mit auffälligen Symptomen. Neben der notwendigen somatischen Behandlung kann die Kunsttherapie mit Anregungen zu freien Gestaltungen aber auch mit Ich-aktualisierenden Themenstellungen die oft am-bivalenten Patienten darin unterstützen, im Schutz der Gestaltung seelisch Bedeutsames zum Ausdruck zu bringen. In Werkbetrachtung, -gespräch und gestalterischer Weiterarbeit können sie Zusammenhänge zu Gefühlen, Bedürfnissen, Sehnsüchten und Ängsten wahrnehmen. Ursachen und Hintergründe zu erforschen, ihre häufig große Gestaltungskraft sowie andere Ressourcen einzusetzen wird dadurch ermöglicht. Ein positiveres Selbst- und Körperbild zu entwickeln sowie anstehende Prozesse und Problemlösungen von der Esssymtomatik abzukoppeln, ist dabei das Ziel der klinischen Kunsttherapie.
Annette de Thier, M.A.Päd. / Kunsttherapie, Dipl. Freie Kunst, approb. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin
Der Vortrag ist Teil des Thementag / Symposium “Kunsttherapie mit Kinder und Jugendlichen” am 01.10.2010
Weitere Abstracts der Vorträge:
Dagmar Wohler – Kunsttherapeutische Forschung in der Diagnostik und Therapie mit AD(H)S Kindern