Die Kinder- und Jugendzeichnung ist nicht nur eine durch Alter und Entwicklungsstand geprägte Darstellungsform, sondern auch ein nonverbales Ausdruckssystem mit hervorragenden Qualitäten für den Einsatz in der Therapie. Heranwachsende, die aufgrund von Behinderungen, Beeinträchtigungen oder psychischen Erkrankungen nicht sprechen können oder sprechen wollen, steht mit dieser bildnerischen Sprache ein geeignetes Medium zur Verfügung, um mit sich und anderen, mit Innenwelt und Außenwelt zu kommunizieren. Erfahrene Pädagogen oder Therapeuten, die diese Mitteilungen „lesen“ können, werden in diese Prozesse einbezogen. Positive und negative Erlebnisse und Erfahrungen des individuellen Lebensgeschehens, auch unbewusste und verdrängte Konflikte können dabei in bildhafter Form sichtbar gemacht werden. Das trägt zur Entlastung, zur Bearbeitung der Problemsituation und zur Förderung kreativer, lösungsorientierter Potentiale bei.
Univ. Prof. Dr. Barbara Wichelhaus, Universität zu Köln, Alanus Hochschule Alfter
Der Vortrag ist Teil des Thementag / Symposium “Kunsttherapie mit Kinder und Jugendlichen” am 01.10.2010
Weitere Abstracts der Vorträge:
Annette de Thier – Klinische Kunsttherapie mit essgestörten Jugendlichen
Dagmar Wohler – Kunsttherapeutische Forschung in der Diagnostik und Therapie mit AD(H)S Kindern